15. Februar 2021
Das Internet of Things (IoT) ist die Bezeichnung für das Netzwerk physischer Objekte („Things“), die mit Sensoren, Software und anderer Technologie ausgestattet sind, um diese mit anderen Geräten und Systemen über das Internet zu vernetzen, sodass zwischen den Objekten Daten ausgetauscht werden können. Diese Geräte reichen von normalen Haushaltsgegenständen bis hin zu anspruchsvollen Industriewerkzeugen.
In den letzten Jahren hat sich das IoT zu einer der wichtigsten Technologien des 21. Jahrhunderts entwickelt. Nun, da wir Alltagsgegenstände – Küchengeräte, Autos, Thermostate, Babyphone – über eingebettete Geräte mit dem Internet verbinden können, ist eine nahtlose Kommunikation zwischen Mitarbeitern, Prozessen und Objekten möglich.
Mithilfe kostengünstiger Computer- Cloud-, Big Data-, Analyse- und Mobile-Technologien können physische Objekte Daten austauschen und erfassen – dabei ist nur minimales menschliches Eingreifen erforderlich. In dieser hypervernetzten Welt können digitale Systeme jede Interaktion zwischen verbundenen Objekten aufzeichnen, überwachen und anpassen. Die physische Welt trifft auf die digitale Welt – und sie arbeiten zusammen.
Während die Idee des IoT schon seit langer Zeit existierte, hat erst eine Reihe jüngster Fortschritte bei verschiedenen Technologien dazu geführt, dass es praktisch umsetzbar wurde.
Das industrielle IoT (IIoT) bezieht sich auf die Anwendung der IoT-Technologie in industriellen Umgebungen, insbesondere in Bezug auf die Instrumentierung und Steuerung von Sensoren sowie auf Geräte, die Cloud-Technologien einsetzen. In letzter Zeit haben viele Branchen Maschine-zu-Maschine-Kommunikation (M2M) eingesetzt, um eine drahtlose Automatisierung und Steuerung zu erreichen. Mit dem Aufkommen von Cloud-Technologien und diesen ergänzenden Technologien (wie Analysen und maschinelles Lernen) können viele Branchen jedoch eine neues Niveau bei der Automatisierung erreichen und so neue Umsatz- und Geschäftsmodelle schaffen. Das IIoT wird manchmal als die vierte Welle der industriellen Revolution oder als Industrie 4.0 bezeichnet. Im Folgenden werden einige häufige Anwendungen für das IIoT aufgeführt:
Das IoT verbreitet sich immer weiter in der Wirtschaft und Unternehmen profitieren von dem enormen geschäftlichen Nutzen, den es bietet. Zu diesen Vorteilen gehören:
Die Fähigkeit des IoT, sowohl Sensorinformationen bereitzustellen als auch die Kommunikation von Gerät zu Gerät zu ermöglichen, erlaubt eine große Bandbreite von Anwendungen. Im Folgenden sind einige der beliebtesten Anwendungen und ihre Funktionsweisen aufgeführt.
Die Schaffung neuer Effizienzen in der Fertigung durch Überwachung der Anlagen und der Produktqualität.
Anlagen können kontinuierlich überwacht und analysiert werden, um sicherzustellen, dass sie innerhalb der erforderlichen Toleranzen arbeiten. Produkte lassen sich ebenfalls in Echtzeit überwachen, um Qualitätsmängel zu identifizieren und zu beheben.
Verbesserte Nachverfolgung und Eingrenzung von physischen Wirtschaftsgütern.
Durch Nachverfolgung können Unternehmen schnell den Standort eines Wirtschaftsguts ermitteln. Eine Eingrenzung ermöglicht es ihnen, sicherzustellen, dass hochwertige Vermögenswerte vor Diebstahl und Entwenden geschützt sind.
Verwenden Sie Wearables, um die Mitarbeitergesundheit und Umgebungsbedingungen zu überwachen.
Mit IoT-Wearables können Mitarbeiter ihren eigenen Gesundheitszustand besser verstehen, während Ärzten ermöglicht wird, Patienten aus der Ferne zu überwachen. Diese Technologie ermöglicht es Unternehmen auch, die Gesundheit und Sicherheit ihrer Mitarbeiter nachzuverfolgen. Dies ist insbesondere bei Arbeitnehmern, die unter gefährlichen Bedingungen arbeiten, nützlich.
Mehr Effizienz und neue Möglichkeiten bei bestehenden Prozessen.
Ein Beispiel dafür ist die Verwendung des IoT zur Steigerung der Effizienz und Sicherheit bei der vernetzten Logistik im Fuhrparkmanagement. Unternehmen können über die IoT-Flottenüberwachung Lkw in Echtzeit dirigieren, um die Effizienz zu verbessern.
Ermöglichung von Änderungen bei Geschäftsprozessen.
Ein Beispiel hierfür ist die Verwendung von IoT-Geräten bei vernetzten Wirtschaftsgütern, um den Zustand von Maschinen an entfernten Standorten zu überwachen und Serviceanrufe zur vorbeugenden Wartung auszulösen. Die Option, Maschinen aus der Ferne zu überwachen, ermöglicht auch neue Product-as-a-Service-Geschäftsmodelle, bei denen Kunden ein Produkt nicht mehr kaufen müssen, sondern für dessen Nutzung bezahlen.
Unternehmen für die sich das IoT am besten eignet sind solche, die von einer Verwendung von Sensorgeräten bei ihren Geschäftsprozessen profitieren würden.
Fertigung: Hersteller können einen Wettbewerbsvorteil erzielen, indem sie die Überwachung von Fertigungsanlagen nutzen, um eine proaktive Wartung von Geräten zu ermöglichen, wenn Sensoren einen bevorstehenden Ausfall erkennen. Sensoren können tatsächlich messen, wenn die Produktionsleistung beeinträchtigt wird. Mit Hilfe von Sensorwarnungen können Hersteller schnell das Equipment auf seine Genauigkeit überprüfen oder Anlagen aus der Produktion entfernen, bis sie repariert sind. Dies ermöglicht es Unternehmen, die Betriebskosten zu senken, die Verfügbarkeit zu erhöhen und das Leistungsmanagement von Wirtschaftsgütern zu verbessern.
Automobilbranche: Die Automobilindustrie kann durch den Einsatz von IoT-Anwendungen erhebliche Vorteile realisieren. Zusätzlich zu den Vorteilen der Anwendung des IoT bei Produktionslinien können Sensoren auch den bevorstehenden Ausfall von Equipment in bereits fahrenden Fahrzeugen erkennen und den Fahrer über Details informieren oder Empfehlungen geben. Dank der aggregierten Informationen, die von IoT-basierten Anwendungen erfasst werden, können Automobilhersteller und -zulieferer mehr darüber erfahren, wie sie Autos noch zuverlässiger machen und Autobesitzer auf dem Laufenden halten können.
Transport und Logistik: Transport und Logistiksysteme profitieren von einer Vielzahl von Anwendungen im Internet der Dinge. Flotten von Pkws, Lkws, Schiffen oder Zügen, die mit Warenbeständen beladen sind, können dank IoT-Sensordaten je nach Wetterbedingungen, Fahrzeugverfügbarkeit oder Fahrerverfügbarkeit umgeleitet werden. Der Warenbestand selbst kann ebenfalls mit Sensoren für die Nachverfolgung und die Überwachung der Temperaturregulierung ausgestattet werden. Bei der Lebensmittel- und Getränkeindustrie sowie bei Anbietern von Blumen oder in der Pharmaindustrie gibt es häufig temperaturempfindliche Bestände, die in hohem Maße von IoT-Anwendungen zur Überwachung profitieren. Diese können dann Warnmeldungen senden, wenn die Temperaturen auf ein Niveau steigen oder fallen, welches das Produkt gefährdet.
Einzelhandel: Mithilfe von Anwendungen im Internet der Dinge können Einzelhandelsunternehmen Lager verwalten, das Kundenerlebnis verbessern, die Lieferkette optimieren und die Betriebskosten senken. Beispielsweise können intelligente Regale mit Gewichtssensoren RFID-basierte Informationen erfassen und die Daten an die IoT-Plattform senden, um den Warenbestand automatisch zu überwachen und Alarm zu geben, wenn Artikel knapp werden. Beacons können gezielt Angebote und Werbeaktionen an Kunden senden, um diesen ein ansprechendes Kundenerlebnis zu bieten.
Öffentlicher Sektor: Die Vorteile des Internet der Dinge im öffentlichen Sektor und anderen dienstleistungsbezogenen Umgebungen sind ähnlich vielfältig. Zum Beispiel können staatliche Versorgungsunternehmen IoT-basierte Anwendungen verwenden, um ihre Nutzer über Massenausfälle oder sogar nur kleinere Unterbrechungen bei der Wasser- und Stromversorgung oder der Abwasserentsorgung zu informieren. IoT-Anwendungen können Daten zum Umfang eines Ausfalls erfassen und Ressourcen bereitstellen, damit Versorgungsunternehmen nach Ausfällen die Versorgung schneller wieder aufnehmen können.
Gesundheitswesen: Die Anlagenüberwachung im Internet der Dinge bietet für das Gesundheitswesen zahlreiche Vorteile. Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger müssen häufig den genauen Standort von Ausrüstungsgegenständen zur Patientenversorgung wie etwa Rollstühlen kennen. Wenn die Rollstühle eines Krankenhauses mit IoT-Sensoren ausgestattet sind, können sie über das IoT Asset Monitoring nachverfolgt werden. So kann jeder schnell den nächsten verfügbaren Rollstuhl finden. Viele Krankenhausgüter lassen sich auf diese Weise nachverfolgen, um eine ordnungsgemäße Verwendung sowie die Finanzbuchhaltung der Sachgüter in jeder Abteilung sicherzustellen.
Allgemeiner Arbeitsschutz in allen Branchen: Neben der Nachverfolgung physischer Wirtschaftsgüter kann das Internet der Dinge zur Verbesserung der Arbeitssicherheit eingesetzt werden. Mitarbeiter in gefährlichen Umgebungen wie Minen, Öl- und Gasfeldern sowie Chemie- oder Kraftwerken müssen beispielsweise über das Auftreten eines gefährlichen Ereignisses informiert sein, das sie betreffen könnte. Wenn sie mit sensorgestützten IoT-basierten Anwendungen vernetzt sind, können sie so schnell wie möglich über Unfallsituationen benachrichtigt oder aus diesen gerettet werden. IoT-Anwendungen werden auch für Wearables verwendet, mit denen sich der Gesundheitszustand von Mitarbeitern wie auch die Umweltbedingungen überwachen lassen. Diese Art von Anwendungen hilft Mitarbeitern nicht nur dabei, den eigenen Gesundheitszustand besser zu verstehen, sondern ermöglicht es Ärzten auch, Patienten aus der Ferne zu überwachen.

Das IoT erfindet das Auto neu, indem es vernetzte Autos (Connected Cars) ermöglicht. Mithilfe des IoT können Autobesitzer ihre Autos aus der Ferne bedienen – z. B. das Auto vorheizen, bevor der Fahrer einsteigt, oder es per Handy aus der Ferne herbeirufen. Da das IoT Geräte-zu-Geräte-Kommunikation ermöglicht, können Autos bei Bedarf sogar ihre eigenen Wartungstermine buchen.
Das vernetzte Auto ermöglicht Autoherstellern oder -händlern gar, das Modell des Autobesitzes auf den Kopf zu stellen. Zuvor hatten die Hersteller eine eher distanzierte Beziehung zu den einzelnen Käufern (oder überhaupt keine). Bisher endete die Beziehung des Herstellers zum Auto, sobald es an den Händler überführt wurde. Mit vernetzten Autos können Automobilhersteller und -händler nun jedoch eine anhaltende Beziehung zu ihren Kunden pflegen. Anstatt Autos zu verkaufen, können sie den Fahrern nun Nutzungsgebühren in Rechnung stellen, indem sie einen „Transport-as-a-service“ über autonome Autos anbieten. Mit dem IoT können Hersteller ihre Autos kontinuierlich mit neuer Software aufrüsten – ein gewaltiger Unterschied zum traditionellen Modell des Autobesitzes, bei dem Fahrzeuge sofort an Leistung und Wert einbüßen.